Was ist castor (kerntechnik)?

CASTOR steht für "CAsk for Storage and Transport Of Radioactive material" und ist ein spezieller Behälter zur Lagerung und zum Transport von abgebrannten Brennelementen aus kerntechnischen Anlagen.

Die CASTOR-Behälter wurden in Deutschland entwickelt und werden seit den 1980er Jahren eingesetzt. Sie bestehen aus einem Stahlgussbehälter, der mit einer dicken Betonschicht ummantelt ist und zusätzlich mit einer speziellen Abschirmung gegen radioaktive Strahlung versehen ist. Die Behälter sind so konstruiert, dass sie ein hohes Maß an Sicherheit für den Transport und die Lagerung von abgebrannten Brennelementen gewährleisten.

CASTOR-Behälter werden zum einen zur Zwischenlagerung von abgebrannten Brennelementen in kerntechnischen Anlagen eingesetzt, wenn das Endlager noch nicht fertiggestellt ist. Zum anderen werden sie auch für den sicheren Transport der Brennelemente vom Kraftwerk zum Zwischenlager oder zum Endlager genutzt.

Die Lagerung der abgebrannten Brennelemente in CASTOR-Behältern ist auf lange Zeiträume ausgelegt. Der Behälter soll die Strahlung abschirmen, um das Personal und die Umwelt zu schützen, und gleichzeitig die Brennelemente vor physikalischen Einflüssen wie Feuer oder Explosionen bewahren.

CASTOR-Behälter sind Gegenstand kontroverser Diskussionen in der Kerntechnik. Gegner argumentieren, dass die Lagerung von abgebrannten Brennelementen in CASTOR-Behältern keine ausreichende Lösung für das Problem der Endlagerung radioaktiver Abfälle darstellt und es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Befürworter hingegen betonen die Notwendigkeit einer Lösung für die Zwischenlagerung und den Transport von abgebrannten Brennelementen, solange kein Endlager zur Verfügung steht, und sehen die CASTOR-Behälter als sichere Option an.

In Deutschland gibt es verschiedene CASTOR-Typen, die je nach den spezifischen Anforderungen und Regelungen für die Lagerung und den Transport von abgebrannten Brennelementen eingesetzt werden.